CopyrightFilmaufnahmen: Thomas Werner (2019) - Schnitt: Christian Wolf
Kurzbeschreibung
BeschreibungDie Stadt Staßfurt präsentiert in ihrem anderthalb-minütigen Imagefilm ihre Vielfalt in den Bereichen Natur&Wasser, Jugend&Freizeit, Technologie&Handwerk und Zukunft&Perspektive. Staßfurt ist eine (er)lebenswerte Stadt im Herzen von Sachsen-Anhalt, geprägt durch ihre Salzhistorie und zukunftsweisend in der Entwicklung als Standort zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Große Unternehmen schaffen berufliche Perspektiven für junge Menschen, gleichwohl unterstützt und fördert die Stadt innovative Geschäftsideen. Im Grünen gelegen an der Bode und dem Europaradweg bietet die Stadt eine wunderbare Wohnqualität. Herzstück und große Besonderheit ist das Staßfurter Strandsolbad, Mitteleuropas einziges Binnensolfreibad. Auch touristisch hat die Salzstadt viel zu bieten: vom historischen Bergbaumuseum, über das Fahrzeugmuseum bis zur Ausstellung historische Rundfunk- und Fernsehgeräte (RFT) und dem Traditionsbahnbetriebswerks mit seinen Dampfloks. Lasst euch von Staßfurts Vielfalt überraschen!
Format
Dateigröße
Download

INS- Wahlprüfstein zur Landtagswahl 2021

Am 06. Juni 2021 sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

 

Aber wer sind die Kandidierenden des Wahlkreises Staßfurt?      

Was werden die Kandidierenden tun, wenn sie in den Landtag gewählt werden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen zu verbessern? 

Folgendes Schreiben wurde an die Kandidierenden Frau Bianca Görke/ DIE LINKE, Frau Anja Schröter /SPD, Frau Karin Brandt/ Freie Wähler, Herrn Johannes Hauser/ FDP, Herrn Sven Rosomkiewicz/ CDU, Herrn Michael Einer/ Bündnis 90/ DIE GRÜNEN und an Herrn Matthias Büttner/ AFD am 04. Mai 2021 versendet.

Das Inklusion Netz Staßfurt wird die Antworten auf dieser Seite veröffentlichen.

 



 


Die  Antworten:

 

Antwortschreiben von Frau Bianca Görke/ DIE LINKE

  1. Ich halte Inklusion für die Wiederherstellung des Normalen. Die Gesellschaft zu unterscheiden, war der gefährliche Einschnitt.

  2. Ich unterscheide da ganz bewusst. Es gibt viele Eltern, die Förderschulen auch wegen der besonderen Förderung in kleinen Gruppen für ihre Kinder wählen. Ich bin nicht für eine konsequente Abschaffung, sondern respektiere den Willen der Betroffenen. Die Möglichkeit sollte für beide Wege aber grundsätzlich offen sein, Niemand sollte gezwungen werden in die Förderschule zu gehen, aber es sollte auch Niemanden die Möglichkeit verwehr werden.

  3. Es ist ein langer Prozess, wo die Bedingungen am Arbeitsplatz individuell angepasst werden müssen. Die Beeinträchtigungen sind ja unterschiedlichster Natur und so muss eben auch die Teilhabe am Arbeitsplatz individuell ermöglicht werden. Da kann es um passgenaues Mobiliar gehen, andere Technik etc. Die Fördermöglichkeiten sind noch nicht allgegenwärtig. Es gibt noch immer die Problemdiskussion; statt die Ergreifung der Chancen, die sich mit der Besetzung freier Stellen ergeben.

  4. Es sind noch immer vordergründig Vorrichtungen und bauliche Gegebenheiten, die Inklusion schwierig machen. Ich habe in meiner Zeit als MdL mal das Beispiel eines Zugreisenden aus Staßfurt nach Magdeburg gebracht. Es ist nicht möglich ohne Voranmeldung oder aber ohne Begleitung die Züge zu nutzen, da hohe Rampen dies unmöglich machen. Man hat einfach für viele Menschen der Gesellschaft einfach nicht mitgedacht. Barrierefreiheit bei Gebäuden war die Ausnahme, nicht die Regel. Da gibt es gute Fortschritte, da auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Es bleibt aber nach wie vor viel zu tun, auch bei Umsetzung der leichten Sprache. Wenn wir nicht mehr unterscheiden, dann haben wir das Ziel erreicht.

 

Antwortschreiben von Herrn Sven Rosomkiewicz/ CDU

  1. Menschen mit einer Beeinträchtigung sollen meiner Meinung nach den gleichen Platz wie Menschen ohne Beeinträchtigung einnehmen. Sie sind in unserer Gesellschaft absolut gleichwertig und sollen deshalb in unserer Gesellschaft einen ihren Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten entsprechenden Platz einnehmen. Dies impliziert aber auch, dass eine Bevorzugung gegenüber anderen Menschen ohne Beeinträchtigung nur bei gleicher Eignung und Befähigung erfolgen soll. Eine grundsätzliche Besserstellung lehne ich hingegen ab.

  2. Förderschulen bieten mit ihren jeweiligen sonderpädagogischen Angeboten die beste Gewähr für eine an der Diagnostik und an den Bedürfnissen der einzelnen Kinder mit Förderbedarf orientierten Beschulung. Meine Partei und ich persönlich halten deshalb am bewährten Förderschulwesen fest. Inklusiver Unterricht soll überall dort stattfinden, wo u.a. die personellen und baulichen Voraussetzungen an einer Regelschule gegeben sind. Die CDU wird sich weiterhin für beide Formen in unserem Lande einsetzen.

  3. Schwerbehinderte Menschen haben nach meiner Auffassung deshalb schlechtere Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt, weil sie aufgrund ihrer Behinderung von Arbeitgebern nicht als ausreichend qualifiziert für eine Tätigkeit angesehen werden, die nur ohne Behinderung ausgeübt werden kann. Darüber hinaus scheuen auch viele Unternehmen die Kosten für die notwendigen technischen Unterstützungs- und Umbaumaßnahmen in den Objekten. Aufgabe der Politik muss es daher sein, die Informationen und Unterstützungen für Unternehmen zu stärken, die Menschen mit einer Beeinträchtigung einstellen. Wir müssen alle davon überzeugen, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung alle Tätigkeiten unter Berücksichtigung ihrer Behinderung wahrnehmen können.

  4. Meiner Auffassung nach sind Menschen mit einer Behinderung in dem Moment in ihrem Recht auf Teilhabe eingeschränkt, in dem sie z.B. aufgrund von fehlenden baulichen Voraussetzungen am Betreten eines öffentlichen Gebäudes gehindert sind. Unser Bestreben muss es sein, überall Voraussetzungen zu schaffen, um Teilhabe umfassend zu ermöglichen. Dazu gehören z.B. die Bereitstellung von Informationen in leichter Sprache, Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und Unterstützung von Unternehmen bei der Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

 

Antwortschreiben von Herrn Michael Einer/ Bündnis 90/Die Grünen

  1. Jeder Mensch sollte in unserer Gesellschaft gleichberechtigt behandelt werden und somit müssen wir auch Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit einer Teilhabe geben. Es geht unserer Gemeinschaft ein spannender Teil verloren, wenn wir diese Menschen versuchen davon fernzuhalten oder sogar auszuschließen. Menschen mit Beeinträchtigung bringen Facetten und Eigenschaften mit, welche vielen Menschen gar nicht bewusst sind. Aber hier muss man mit Aufklärung und Unterstützung bei der Inklusion helfen, um diese Barrieren auch im Kopf abzubauen.

  2. Wir wissen, dass wenn es um Bildungspolitik geht in Deutschland immer sehr schwer ist, etwas zu verändern, da hier 16 Bundesländer der Meinung sind, ihnen darf hier kein Bund reinreden. Aber Fakt ist, wir haben uns als Land mit der Unterzeichnung verpflichtet und nun muss hier umgesteuert werden. Ich glaube dass der Status Quo hier nicht angefasst wird, weil sich keiner „traut“ einfach mal loszulegen. Hier kann Sachsen-Anhalt auch ein Vorbild sein und einfach Mut zeigen. Das fängt bei der Ausbildung von Lehrern an, welche Förderschulpädagoge gelernt haben und entsprechend weitergebildet werden müssen, aber auch bei der Neuausbildung von Pädagogen, welche in allen Schulstufen das Thema Inklusion mit in die Pläne integrieren müssen. Wir als Grüne setzen uns für eine Gesamtschule in Sachsen-Anhalt ein, wo die Kinder und Jugendliche möglichst lang zusammen lernen und groß werden können. Hier ist für mich auch die Chance gegeben von frühster Bildung in die Inklusion als normal zu vermitteln. Kinder, die mit ihren Klassenkameraden zusammen groß werden, werden es als völlig normal empfinden, wenn es auch Mitschüler mit Beeinträchtigungen gibt und dieser mehr Förderung benötigt. Aber dies muss im gesamten Klassenverband geschehen und nicht durch Aussonderung dieser Kinder, nur weil es Probleme gibt. Ein Kind, welches Probleme im Mathematik hat bekommt Nachhilfe und das muss Normalität werden.

  3. Ich bin als Restaurantmanager bei Mcdonald’s tätig und somit habe ich einen ganz guten Einblick auf den Arbeitsmarkt und die Realitäten vor Ort. Viele Arbeitgeber sind wahrscheinlich der Meinung, dass der Aufwind den Nutzen nicht rechtfertigt, Menschen mit Beeinträchtigung einzustellen oder ihnen zumindest eine Chance zu geben. Hier kommt es aber sehr auf die Rahmenbedingungen vor Ort an und welche Anforderungen der Arbeitsplatz in die Arbeitnehmer stellt. Bei unserer Firma haben wir bereits viele Projekte gestartet, wo auch wir vor Ort prüfen, welche Art von Beschäftigung möglich ist. Aber aus persönlicher Erfahrung muss ich sagen, dass ich leider wenig Bewerber mit Beeinträchtigung habe. Und ich denke das liegt wahrscheinlich daran, dass auch der anderen Seite nicht klar ist, welche Anforderungen wir in einen Arbeitnehmer stellen. Ich würde es, wie bei jedem anderen Bewerber machen und das persönliche Gespräch suchen und dann entscheiden, ob eine Anstellung möglich ist, wenn der Bewerber ins Team passt und zuverlässig ist. Hier mache ich persönlich keinerlei Unterschiede. Denn eine Chance hat jeder verdient. Hierfür halten wir eine Anhebung der Schwerbehindertenabgabe, besonders für größere Unternehmen, für ein sinnvolles Instrument, weil hier bei mehr Arbeitsplätzen auch eher die Chance da ist Menschen mit Behinderung in die Arbeitsfelder einzubinden.

  4. Ich glaube die Barrieren sind mehr im Kopf der Menschen und dort müssen wir ansetzen. Viele Eltern sehen eher Nachteile für ihre Kinder, wenn Kinder mit Beeinträchtigung in der gleichen Klasse sind, weil das sich auf den Lernfortschritt auswirken könnte. Das aber diese Kinder auch eine Bereicherung und eine positive Veränderung sein können für die Lerngemeinschaft muss durch Kampagnen und Förderprogramme vermittelt werden. Und wenn es für Kinder in den Schulen völlig normal ist so zu lernen wird es auch völlig normal sein, dann so gemeinsam zu arbeiten. Die Schulen sind der Schlüssel und somit muss dies ein elementarer Bestandteil des Teilhabegesetzes sein. Und wenn es auf Bundesebene nicht weit genug geht, dann müssen wir in Sachsen-Anhalt eben mehr machen und das geht nur mit einem größeren grünen Einfluss. Und wenn man mit einem Job für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen kann ist das der größte Schritt zur Teilhabe in der Gesellschaft, denn damit sinkt die Abhängigkeit von anderen.

 

Antwortschreiben von Herrn Johann Hauser / FDP

  1. Menschen mit Beeinträchtigung  tragen mit all ihren Potentialen und Fähigkeiten zu einer heterogenen, vielfältigen Gesellschaft bei, die jedes Leben wertschätzt und allen Lebensentwürfen respektvoll gegenübersteht. Um die Chancen für ein eigenständig geführtes Leben und die Selbstverwirklichung jedes Einzelnen zu gewährleisten, bedarf es allerdings noch weiterer Maßnahmen. Dabei gilt es aber nicht den Fokus auf die Beeinträchtigung und Defizite der Menschen, sondern auf ihre Möglichkeiten und Qualitäten zu richten.

  2. Den Zugang zur bestmöglichen Bildung darf nicht nur den Leistungsstärksten vorbehalten bleiben, vielmehr sollten alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Talente und Neigungen gefördert werden. Der Mangel an qualifiziertem Personal oder der entsprechenden Ausstattung führt vielerorts dazu, dass eine erfolgreiche Inklusion, die allen Kindern gerecht wird, nicht umgesetzt werden kann. Daher fordern wir als Freie Demokraten verbindliche Basis-Standards als Grundvoraussetzung inklusiver Lerngruppen. Zudem vermittelt die Ausbildung des Lehrpersonals nicht hinreichend Kenntnisse, um auf die Bedürfnisse beeinträchtigter Kinder einzugehen, weshalb es eines Zwei-Pädagogen-Systems bedarf, das in Form eines Team-Teachings eine vollumfängliche pädagogische und fachliche Betreuung sicherstellt.

  3. Um den sogenannten "wechselseitigen Barrieren" sowohl bei Arbeitgeber*Innen als auch bei Arbeitnehmer*Innen zu entgegnen, bedarf es eines gesellschaftlich veränderten Umgangs mit dieser Thematik im Sinne eines unternehmerischen Diversity Managements. Berührungsängste und Unsicherheiten können nur durch Informationen und Sensibilisierung entkräftet werden, während Ängste und Bedenken vor Diskriminierung und Stigmatisierung auf Seiten der Arbeitnehmer*Innen ebenfalls auf diesem Weg abgebaut werden könnten. Natürlich sind die baulichen und barrierefreien räumlichen Gegebenheiten Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration ins Berufsleben, weshalb es diese abzubauen gilt. zudem muss das Budget für Arbeit mit Lohnkostenzuschüssen vereinfacht, ausgedehnt und praxisgerechter ausgestaltet werden. Um die Arbeitgeber*Innen nicht mit überbordender Bürokratie bei der Förderantragstellung beim Integrationsamt zu belasten, müssen entsprechende Antragsverfahren verschlankt und beschleunigt werden.

  4. Die FDP Sachsen-Anhalt fordert und fördert die konkrete Umsetzung der Reformvorhaben des Bundesteilhabegesetzes. Wir stehen dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigungen selbstbestimmt und ohne Bevormundung ihr Leben gestalten können und die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Lebensbereichen erhalten. Dabei fordern wir eine Wunsch- und Wahlfreiheit bei der Inanspruchnahme auf Leistungen zu Teilhabe innerhalb eines vorgegebenen Budgets. Zudem sollten Menschen mit Beeinträchtigung unabhängig von ihrer Wohnform Anspruch auf alle Leistungen aus der Sozialversicherung haben. Der Schwerbehindertenausweis mit seinem stigmatisierenden Charakter sollte zugunsten eines digitalen Teilhabeausweises abgelöst werden, welcher selbstverständlich weiterhin die inhaltlichen Anforderungen des § 152 SGB IX erfüllt und über die Ländergrenzen hinaus wirksam ist und somit eine länderübergreifende Mobilität sicherstellt. Die Mobilität gilt es auch im Sinne eines barrierefreien öffentlichen Personennahverkehrs sicherzustellen, hierbei dürfen künftig keine Ausnahmen mehr geltend gemacht werden.
Letzte Änderung am 20.05.2021, 13:14 Uhr

© Janine Sparmann

Zurück