INS- Wahlprüfstein zur Landtagswahl 2021

Am 06. Juni 2021 sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

 

Aber wer sind die Kandidierenden des Wahlkreises Staßfurt?      

Was werden die Kandidierenden tun, wenn sie in den Landtag gewählt werden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen zu verbessern? 

Folgendes Schreiben wurde an die Kandidierenden Frau Bianca Görke/ DIE LINKE, Frau Anja Schröter /SPD, Frau Karin Brandt/ Freie Wähler, Herrn Johannes Hauser/ FDP, Herrn Sven Rosomkiewicz/ CDU, Herrn Michael Einer/ Bündnis 90/ DIE GRÜNEN und an Herrn Matthias Büttner/ AFD am 04. Mai 2021 versendet.

Das Inklusion Netz Staßfurt wird die Antworten auf dieser Seite veröffentlichen.

 



 


Die  Antworten:

 

Antwortschreiben von Frau Bianca Görke/ DIE LINKE

  1. Ich halte Inklusion für die Wiederherstellung des Normalen. Die Gesellschaft zu unterscheiden, war der gefährliche Einschnitt.

  2. Ich unterscheide da ganz bewusst. Es gibt viele Eltern, die Förderschulen auch wegen der besonderen Förderung in kleinen Gruppen für ihre Kinder wählen. Ich bin nicht für eine konsequente Abschaffung, sondern respektiere den Willen der Betroffenen. Die Möglichkeit sollte für beide Wege aber grundsätzlich offen sein, Niemand sollte gezwungen werden in die Förderschule zu gehen, aber es sollte auch Niemanden die Möglichkeit verwehr werden.

  3. Es ist ein langer Prozess, wo die Bedingungen am Arbeitsplatz individuell angepasst werden müssen. Die Beeinträchtigungen sind ja unterschiedlichster Natur und so muss eben auch die Teilhabe am Arbeitsplatz individuell ermöglicht werden. Da kann es um passgenaues Mobiliar gehen, andere Technik etc. Die Fördermöglichkeiten sind noch nicht allgegenwärtig. Es gibt noch immer die Problemdiskussion; statt die Ergreifung der Chancen, die sich mit der Besetzung freier Stellen ergeben.

  4. Es sind noch immer vordergründig Vorrichtungen und bauliche Gegebenheiten, die Inklusion schwierig machen. Ich habe in meiner Zeit als MdL mal das Beispiel eines Zugreisenden aus Staßfurt nach Magdeburg gebracht. Es ist nicht möglich ohne Voranmeldung oder aber ohne Begleitung die Züge zu nutzen, da hohe Rampen dies unmöglich machen. Man hat einfach für viele Menschen der Gesellschaft einfach nicht mitgedacht. Barrierefreiheit bei Gebäuden war die Ausnahme, nicht die Regel. Da gibt es gute Fortschritte, da auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Es bleibt aber nach wie vor viel zu tun, auch bei Umsetzung der leichten Sprache. Wenn wir nicht mehr unterscheiden, dann haben wir das Ziel erreicht.
Letzte Änderung am 11.05.2021, 16:54 Uhr

© Janine Sparmann

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