Ausgewählter Wohnort: 

Ärztliche Tätigkeiten im Ausland sowie im Ausland erworbene Weiterbildungsnachweise für Fachärzte/Fachärztinnen anerkennen

Leistungsbeschreibung

Die ärztliche Weiterbildung beinhaltet das Erlernen ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nach abgeschlossener ärztlicher Ausbildung und Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Kennzeichnend für die ärztliche Weiterbildung ist die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgung der Patienten. Sie dient der Sicherung der Qualität ärztlicher Berufsbildung und dem Erwerb besonderer Kenntnisse und Kompetenzen auf einem Gebiet. Ein Gebiet wird als ein definierter Teil einer Fachrichtung der Medizin beschrieben, wobei die jeweilige Gebietsdefinition die Grenzen für die Ausübung fachärztlicher Tätigkeit bestimmt. Der erfolgreiche Abschluss einer Weiterbildung, der nach Erfüllung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und ‑zeiten durch eine bestandene Prüfung nachgewiesen wird, bestätigt die fachliche Kompetenz und führt insbesondere zu einer Facharztbezeichnung in einem Gebiet.

Weiterbildungen aus dem Gebiet der Europäischen Union (Mitgliedstaat), des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR-Staat) oder aus einem Staat, dem Deutschland und die Europäische Union einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben (Vertragsstaat) sind automatisch nach der EU-Richtlinie 2005/36/EG anzuerkennen. Wer einen solchen Weiterbildungsnachweis besitzt, erhält auf Antrag die Anerkennung der nach der gültigen Weiterbildungsordnung vorgesehenen Bezeichnung. Ergänzende Bescheinigungen/Erklärungen der zuständigen Behörden/Stellen sind ggf. beizubringen.

Sofern der Weiterbildungsnachweis nicht automatisch anzuerkennen ist, haben die Voraussetzungen des § 28a Abs. 2 Gesetz über die Kammern für Heilberufe Sachsen-Anhalt (KGHB-LSA) (Anerkennung der in einem Drittstaat vom Staatsangehörigen durchgeführten Weiterbildung erfolgte durch Mitglied-, EWR- oder Vertragsstaat, dieser muss dreijährige dortige Berufserfahrung bescheinigen) oder die Gleichwertigkeit des Weiterbildungsstandes vorzuliegen.

Sofern der Weiterbildungsstand nicht gleichwertig ist, ist eine Eignungsprüfung (Defizitprüfung) erforderlich, die spätestens 6 Monate nach der Entscheidung abzulegen ist.

Wer einen Weiterbildungsnachweis besitzt, der in einem Drittstaat ausgestellt wurde, erhält auf Antrag die Anerkennung der Bezeichnung gemäß § 28b KGHB-LSA. Hierfür muss die Gleichwertigkeit mit der entsprechenden Weiterbildung in Deutschland gegeben sein.

Die Gleichwertigkeit ist nicht gegeben, wenn die Dauer der nachgewiesenen Weiterbildung mindestens ein Jahr unter der von der Kammer in ihrer Weiterbildungsordnung festgelegten Weiterbildungsdauer liegt oder die Inhalte der Weiterbildung sich wesentlich von den in der Weiterbildungsordnung bestimmten Inhalten unterscheiden und die Defizite nicht durch Berufstätigkeit ausgeglichen worden sind.

Bei einer nicht gleichwertigen Weiterbildung ist eine Ausgleichsmaßnahme erforderlich (Anpassungslehrgang mit Abschlussprüfung oder eine Eignungsprüfung). Der Antragsteller kann zwischen den Ausgleichsmaßnahmen wählen.

Eine nicht bestandene Abschluss- oder Eignungsprüfung darf zweimal wiederholt werden.

 

An wen muss ich mich wenden?

Die Zuständigkeit liegt bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

 

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für die Anerkennung der Weiterbildungsnachweise sind der Ärztekammer vom Antragsteller folgende Unterlagen und Bescheinigungen vorzulegen:

  • Antrag
  • Identitätsnachweis (Arztausweis, Personalausweis, Pass)
  • Nachweis Staatsexamen in der Landessprache
  • Approbation oder Berufserlaubnis (sofern der Ärztekammer noch nicht vorliegend), bei Berufserlaubnis zusätzlich Nachweis über den gleichwertigen Ausbildungsstand (Bescheid des Landesverwaltungsamtes-Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe)
  • tabellarische Aufstellung über die absolvierte Weiterbildung und die Berufspraxis
  • amtlich beglaubigte Kopie der Weiterbildungsnachweise sowie Bescheinigungen über die Berufspraxis
  • ggf. amtlich beglaubigte Kopie der Konformitätsbescheinigungen oder Tätigkeitsnachweise über die letzten fünf Jahre
  • ggf. zusätzliche Nachweise zur Prüfung der Gleichwertigkeit in amtlich beglaubigter Kopie (Rechtsgrundlage/Weiterbildungsordnung des Landes, wonach der Weiterbildungsnachweis ausgestellt wurde)
  • für den Fall, dass eine Weiterbildung ganz oder teilweise in Drittstaaten absolviert und durch anderen Mitgliedstaat, EWR-Staat oder Vertragsstaat anerkannt wurde, Unterlagen darüber, welche Tätigkeiten in Drittstaaten in welchem Umfang auf die Weiterbildung angerechnet wurden (Bescheinigung der zuständigen Stelle des Ausstellungsmitgliedstaates in beglaubigter Kopie)
  • eine schriftliche Erklärung, ob die Anerkennung der Weiterbildungsnachweise bereits bei einer anderen Ärztekammer beantragt wurde oder wird.

Soweit die genannten Unterlagen und Bescheinigungen nicht in deutscher Sprache ausgestellt sind, sind sie zusätzlich in beglaubigter Übersetzung vorzulegen, die durch einen öffentlich bestellten oder beeidigten Übersetzer oder Dolmetscher erstellt wurde.

Der Antragsteller ist verpflichtet, alle für die Ermittlung der Gleichwertigkeit notwendigen Unterlagen vorzulegen sowie alle dazu erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Kommt der Antragsteller dieser Mitwirkungspflicht nicht nach und wird hierdurch die Aufklärung des Sachverhalts erschwert, kann die Ärztekammer ohne weitere Ermittlungen entscheiden. Dies gilt entsprechend, wenn der Antragsteller in anderer Weise die Aufklärung des Sachverhalts erschwert.

Der Antrag kann wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt werden, nachdem der Antragsteller auf die Folge schriftlich hingewiesen worden ist und der Mitwirkungspflicht nicht innerhalb einer angemessenen Frist nachgekommen ist.

Ist der Antragsteller aus Gründen, die er darzulegen hat, nicht in der Lage, die notwendigen Unterlagen und Bescheinigungen vorzulegen, kann sich die Ärztekammer an die Kontaktstelle, die zuständige Behörde oder an eine andere zuständige Stelle des Herkunftsstaates wenden.

 

Welche Gebühren fallen an?

Für das Antragsverfahren werden Verwaltungsgebühren erhoben. Die Gebühr kann bis zu 600 Euro kosten.

 

Welche Fristen muss ich beachten?

Es müssen keine Fristen beachtet werden.

 

Bearbeitungsdauer

Die Frist für die Feststellung eines vergleichbaren Abschlusses bzw. für die Feststellung eines gleichwertigen Abschlusses beträgt drei Monate. Die Frist beginnt nach Eingang der vollständigen Unterlagen.

 

Rechtsgrundlage

Anträge / Formulare

Was sollte ich noch wissen?

Das Netzwerk "Integration durch Qualifizierung" (IQ-Netzwerk) berät und begleitet Sie gern vor, im und ggf. auch nach dem Anerkennungsverfahren.

 

Unterstützende Institutionen

Bemerkungen

Die Anerkennungsverfahren sind über die berufsbezogenen zuständigen Stellen zu führen. Bei reglementierten Berufen kann das nach RL 2005/36/EG auch über den Einheitlichen Ansprechpartner erfolgen.